DER BEKLAGTE 2015


Peter Altmaier, cdu

Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben


germany at its best

Zur Gerichtsverhandlung am 12. Februar 2015 hatte das Hohe Grobgünstige Narrengericht den Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben, Peter Altmaier, geladen. Der CDU-Politiker kam am Schmotzige Dunschdig als Twitterkönig nach Stockach  und verließ die Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnacht am anderen Tag als Sonnenkönig. So muss er sich jedenfalls gefühlt haben, als er am Ende seines Auftritts vor dem Hohen Kollegium zuerst minutenlang Beifall kassierte und dann auch noch mit der zweitmildesten aller denkbaren Strafen bedacht wurde. Gerade einmal einen Eimer Wein hatte er zu entrichten.

 

Damit zählt Altmaier zu den Beklagten eines Hohen Gerichts, die mit einem blauen Auge davon kamen. Dass er seinen Tag und dann auch den Abend nach der Verhandlung sozusagen in vollen Zügen genoss, wird man verstehen angesichts der Schwierigkeiten, die diese Frohnatur in Berlin tagtäglich zu bewältigen hat. Als er am Tag nach der Verhandlung die Kuony-Stadt wieder verließ, war dies jedenfalls sein Urteil über Stockach: "Germany at its best". Nicht, dass dies in Stockach eine gänzlich neue Erkenntnis wäre. Man hört es aber gerne einmal von anderen.

 

Als Zeuge der Verteidigung hatte das Gericht den Bundesvorsitzenden von Bündnis90/ Die Grünen, Cem Özdemir, aufgeboten. Die Berliner Hanfpflanze konnte aber nicht helfen. Die beiden, Altmaier und Özdemir, saßen einst in der berühmt-berüchtigten  "Pizza-Connection" abseits aller parteilichen Zwistigkeiten beieinander. Allerdings mussten beide in Stockach gestehen, dass sie niemals bei einem dieser feuchtfröhlichen Treffen auch nur eine einzige Pizza verspeist hatten.

Für den Kanzleramtsminister fast nicht nachvollziehbar, gilt der Hobbykoch doch als ambitionierter Küchenkünstler. Seitdem er freilich im Küchenkabinett von Mutti Merkel, mehr als ihm lieb ist, alleine die Suppe auslöffeln darf, ist es merklich ruhiger um ihn geworden. Noch im sogenannten "Lügenausschuss" des Deutschen Bundestages sprühte er vor Wortwitz. Im Amt als Umweltminister hätte er am liebsten binnen weniger Wochen sämtliche unnützen Klimakonferenzen abgeschafft und statt dessen Twitter, Facebook oder Whatsapp zu Weltenrettern umfunktioniert. Nun hat er vorzugsweise die weltweite Geheimdienstmafia der Amerikaner und deren deutscher Hilfstruppen am Hals, fühlt sich dabei wie gewürgt - und schweigt. Sein Schweigen im Amt brachte ihm dann auch die Strafe des einen Eimer Weins ein.

 

Dass er seine politische Karriere einst zuerst in Brüssel begann und sich erst dann in Berlin in die Bundespolitik stürzte, verzieh ihm das Narrengericht. Selbst schuld, wenn man sich nicht, wie sonst üblich, erst in Berlin abarbeitet, um sich dann in Brüssel ein Ruheplätzchen zu suchen. Erst Brüssel, dann Berlin, das sei dann halt eine Art Selbstjustiz, meinte das Gericht. Und auch der Vorwurf, er wolle sich zum König von Deutschland krönen lassen, beindruckte das Gericht nicht. Wenn das schon mal einer versucht, dann wenigstens er mit seiner gewichtigen Format von den Ausmaßen eines Henry VIII. Also auch hierfür keine Strafe.

 

Peter Altmaier zeigte sich in Stockach als ein würdiger Beklagter. Wer Narrenrichter Frank Bosch kennt, der weiß, ein höheres Lob kann man in der Stockacher Fasnacht nicht verteilen.